Zur Startseite

September 1, 2011

Schwarz-weiße Dystopie

Dubai ist schwarz. Dubai ist weiß.

Blendend weiß in seinen polierten Granitplatten am Saume der Elfenbeintürme, die der Sonne ihr Spiegelbild vorhalten. Schwarz in den Scheiben der edelsten Rosse, bei ihrem Ritt auf der seiner Aorta. Tiefschwarz in den Antlitzen der vermummten Zweit- und Drittfrauen. Milchig weiß an seinem Horizont, wo sich Smog und Sand ehelichen.

Dubai ist heiß. Dubai ist kalt.

Drückend heiß auf seinen leeren Straßen, auf welchen die Luft ihre Sonnentänze aufführt. Klirrend kalt in den megalomanischen Konsumtempeln, in denen unaufhörlich der eisige Wind der Steckdose pfeift. Glühend heiß in den schweißbedeckten Fratzen der zahllosen Gastarbeiter, deren Schultern die makellose Fassade tragen. Unnahbar kalt in den erhabenen Gesichtern der Regenten in Schneeweiß.

Schwärze und Weiße bedingen einander. Ein fragiles Gleichgewicht im Sande. Dubai ist schwarz. Dubai ist weiß. Nichts dazwischen.

nach oben