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November 7, 2010

Pijiu, Mijiu, Baijiu

Ich wache auf. Mein Rücken schmerzt vom harten Sitz. Das Vibrieren des Busses verrät mir, dass wir im Beijinger Verkehr feststecken. Wiedermal. Ich versuche eine bequeme Schlafposition zu finden. Kaum hab ich sie, werden meine Beine taub. Hoffnungslos. Aus einem knarzendem Mobiltelefon vor mir dröhnt das Solo von Guns ‘n’ Roses’ Sweet Child of Mine. Langsam kommt die Erinnerung an den heutigen Tag wieder.

Die Metro wandt sich vorbei an Batterien von Wohnwolkenkratzern. Immer weiter gen Norden. Vorbei an rollenden Restaurants, Wahrsagern und Freizeit-Taxifahrern. Den Bergen entgegen. Allmählich wandelte sich die Fratze der überfüllten Großstadt in jene entspannten Züge, welche Menschen aus ländlichen Verhältnissen anzusehen sind.

In Begleitung mexikanischer, chilenischer, kanadischer, chinesischer und deutscher Zeitgenossen entstanden Gestes des interkulturellen Dialogs, dem sich unsere chinesischen Begegnungen nicht entziehen konnten.

Der Herbst zog auf. Die Berge leuchteten. Wir passierten die goldenen Überreste vertrockneter Maisfelder. Bäume mit orangefarbenen Kakifrüchten bahnten uns den Weg und thronten, kleinen Lampignons gleich, über uns. Verfolgt von Rufen chinesischer Bauern, spangen wir über Mauern den Gipfel hinauf. Selbst das Bellen der Hunden konnte uns nicht halten. Nichts konnte uns von unserem Picknick abbringen. Die Aussicht entschädigt für Vieles.

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